Sehr bewegte Stunden haben das MVZ CeOS und Anwohner der Rennwiese am vergangenen Dienstag bei der MRT-Lieferung erlebt. Das 13 Tonnen schwere Gerät für die Magnetresonanztherapie, die nach Ostern in den Betrieb gehen soll, wurde zunächst routinemäßig per LKW-Spedition angeliefert. Doch bei der Vorbereitung für die Kranarbeiten ereignete sich ein in Deutschland bisher einzigartiger Vorfall.
Aufgrund einer fehlerhaften Schutzfolie entwickelte das hochmoderne Gerät, das im Kern aus einem gigantischem Magnet besteht, plötzlich riesige Anziehungskraft und begann metallische Gegenstände aus der Umgebung von rund 50 Metern anzuziehen. Zunächst wurde nur die Brille eines vorbeilaufenden Orthopäden angezogen, danach folgten jedoch auch die Kugelschreiber aus dem oberhalb liegenden Schreibbüro sowie die Außen-Beschilderung. Als dann noch die Kaffeekanne eines Patienten in den Magnet-Sog geriet kam es durch den erhöhten Metallanteil am Gerät zu einer Ausweitung des Magnetfelds. „Es war, als hätte jemand einen riesigen Staubsauger eingeschaltet“, berichtet eine medizinische Fachangestellte, die sich nur durch einen beherzten Sprung hinter die Rezeption in Sicherheit bringen konnte. Das MRT ist ein sogenanntes „offenes MRT“ ohne Röhre, weshalb die Anziehung über ganze 3 Minuten ständig zunahm.
Besonders schmerzhaft war der Verlust für unseren Leitenden Orthopäden Dr. Alfred Spieker, dessen neues Rennrad in dieser zweiten Magnetwelle vom Radständer gezogen wurde und mit rund 60 km/h in das nagelneue MRT krachte. Die Techniker der Hersteller-Firma versuchten noch die erforderlichen Schrauben in Sicherheit zu bringen, wurden jedoch von anfliegenden Schraubenschlüssel aus der naheliegenden KFZ-Werkstatt von ihrem Vorhaben abgehalten. Als es schließlich sogar im 4.OG bei BOLD-Geschäfstführer Chris Wiume die Büroklammern aus den Aktenordner zog, handelte der Praktikant der Ergotherapie am schnellsten und zückte das Handy für einen Notruf bevor es in den Tiefen des MRTs verschwand. Ein Spezialeinsatzkommando der „Saschwaller Feuerwehr“ konnte schließlich mit speziellem Plastikwerkzeug die Entmagnetisierung des MRTs sicherstellen. Am Ende kamen alle Beteiligten mit einem Schrecken davon.
Am Ende entpuppte sich der Unglücksfall jedoch zum Glücksfall.„Wir sind heilfroh genau vor einem Jahr, nämlich am 01.04.2024 die Magnetunfallzusatzversicherung abgeschlossen zu haben“, zeigt sich Betriebsmanager Lukas Ehmann am heutigen Tag sichtlich erleichtert gegenüber den vielen angereisten Pressevertretern. So konnte das Gerät wieder vollständig aufbereitet werden und alle Gegenstände wurden wieder an Ort und Stelle gebracht. Lediglich ein Sammlerkronkorken sowie die Stehlampe aus dem Wartezimmer sind unauffindbar, konnten jedoch vonseiten des Versicherers finanziell ausgeglichen werden.
Das MVZ CeOS schickt einen besonderen Dank an den Hersteller Esaote, den Kabinenbauer Hamaco, die Kranfirma MSG sowie Hegele, die allesamt äußerst professionell mit der besonderen Situation umgingen. Das MRT ist nun sicher an Ort und Stelle eingebracht, vollständig funktionsfähig und ab 22.04.2025 einsatzbereit.